No WEF - No war!
Das World Economic Forum (WEF) will im kommenden Januar einmal mehr das in den Schweizer Alpen gelegene Davos zum Tummelfeld der Reichen und Mächtigen machen. Vom 21. bis 25. Januar soll dort die Jahrestagung des WEF durchgeführt werden. Seit rund zehn Jahren sind die selbsternannten „Global Leaders“ im exklusiven Wintersportort jedoch immer weniger willkommen. Immer größere – von den Behörden verbotene – Demonstrationen und auch vereinzelte Sabotageaktionen gegen die Infrastruktur verursachten für die Manager und Politiker des WEF Unannehmlichkeiten und für die Sicherheitsfanatiker Kopfzerbrechen. Durch die jährlich wiederkehrenden Protestaktionen gegen das WEF vernetzte sich in der Schweiz eine antikapitalistische Protestbewegung und wurde in der Öffentlichkeit sichtbar.
Die Protestaktionen gegen das WEF 2004 werden ein vielfältiges Gesicht haben. Nachdem im Januar 2003 und in den Jahren zuvor ein riesiges Polizei- und Militäraufgebot (mit freundlicher Unterstützung von deutschen Polizisten samt Wasserwerfern) große Demonstrationen in Davos verhinderten, indem sie die Zufahrtswege blockierten, hat sich die Strategie der WEF-GegnerInnen nun geändert. Das Oltner Bündnis, welches verschiedene linke Gruppierungen in der Schweiz im Widerstand gegen das WEF vereint, hat beschlossen nicht mehr zu einer Großdemonstration in Davos aufzurufen und somit nicht mehr in einen Polizeikessel zu mobilisieren. Stattdessen ruft das Oltner Bündnis zu dezentralen Aktionen auf der Straße zwischen dem Flughafen Zürich-Kloten (wo 90 Prozent der WEF-TeilnehmerInnen ankommen) und Davos auf. Als Auftakt dazu soll es am 17. Januar eine Großdemo mit internationaler Beteiligung in der Wirtschaftsmetropole Zürich geben. Und eine Woche später, am 24. Januar, ist zum Abschluss eine Demo irgendwo im Kanton Graubünden (wo sich Davos befindet) geplant.
Bei der WEF Jahrestagung treffen ich jeweils 2000-3000 vom WEF-Stiftungsratpräsident Klaus Schwab handverlesene „Opinion Leaders“ aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Kultur und Medien, um sich die Hände zu schütteln und vor laufenden Kameras um die Wette zu lächeln. Hinter den Kulissen, unter Ausschluss der Öffentlichkeit werden gleichzeitig millionenschwere Deals eingefädelt und Zukunftsstrategien für die Durchsetzung des globalen Marktes ausgeheckt.
Schlagen wir zurück!
Den kalten Wind der globalen Raubritter bekommen wir zunehmend auch in Europa ins Gesicht geblasen: von der wachsenden Hatz auf MigrantInnen bis zum systematisch vorangetriebenen Rentenklau. Nicht zufällig beeilt sich aktuell eine WEF-Studiengruppe, den laufenden Angriff auf die Pensionen in den OECD-Ländern zu vertiefen. Es geht ihr um solch verlockende Dinge wie Zwangskapitalisierung der Börsen, gegen das Recht auf ein Altern ohne materielle Not, für neue gesellschaftliche Zwänge. Im Januar zelebrieren sich die Herrschaften in Davos, den Rest des Jahres greifen sie überall an. Schlagen wir zurück!
Anti-WTO-Koordination/Swiss


