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Der Krieg fließt durch Deutschland

Ohne Treibstoff kein Krieg. Diese banale Erkenntnis veranlasste die NATO in den 50er Jahren, ein Pipelinenetz quer durch Westeuropa zu legen, das bis heute genutzt und ausgebaut wird. Hauptsächlich die NATO-Streitkräfte in Deutschland werden vom „Central Europe Pipeline System“ (CEPS) versorgt. Ausgenommen ist Schleswig-Holstein, das an das „Northern Europe Pipeline System“ (NEPS) angeschlossen ist. CEPS umfasst insgesamt 6000 Kilometer Pipelines in Deutschland, Belgien, Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden. In Deutschland werden seit 1956 die Pipelines in Friedenszeiten von der Fernleitungs-Betriebsgesellschaft (FBG), einem Tochterunternehmen der Industrieverwaltungsgesellschaft (IVG), betrieben. Insgesamt betreut die FBG 2800 Kilometer NATO-Pipelines in Deutschland. Ihre Hauptverwaltung befindet sich in Bad Godesberg bei Bonn. Betriebsverwaltungen befinden sich in Xanten (BV-Nord) und in Idar-Oberstein (BV-Süd). Sie sind im Auftrag des Verteidigungsministeriums tätig. Im Jahre 1999 flossen 3,8 Millionen Tonnen durch die deutschen NATO-Pipelines. Davon ist ein Teil auch privatwirtschaftlich genutzt, da freie Kapazitäten vermietet werden. Zu den CEPS-Pipelines gehören an die 40 Hochdruckpumpstationen und über 20 Tanklager.

Was durch diese Pipelines fließt, ist kein Rohöl, sondern schon raffinierter Treibstoff, der direkt dorthin fließt, wo er gebraucht wird. Die Pipelines sind unterirdisch verlegt, lassen sich aber recht einfach ausmachen, da der Streckenverlauf durch rot-weiße Pfosten gekennzeichnet ist. Auf den Pfosten befinden sich Schilder mit der Aufschrift „Fernleitungsbetriebsgesellschaft“. In Kriegszeiten übernimmt die Bundeswehr die Betreuung der Pipelines.

Weiterführende Infos:

Zum NATO-Treibstoff gibt es ein Buch: „Umweltkrank durch NATO-Treibstoff? Multiple Chemikalien-Sensitivität (MCS) und Militär-Emissionen“, Verlag H. Hohl, Heidelberg 2001, ISBN 3-98 05 389-3-1

Zu den Pipelines: www.mwv.de

Zum RZ-Anschlag auf die Nato-Pipelines siehe „Früchte des Zorns“ oder: Früchte des Zorns


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