Antipatriarchal gegen jeden Krieg!
Tausende von Jahren hatte die Menschheit die Chancen den Karren aus dem Dreck zu fahren. Stattdessen haben wir den Karren konsequent in den tiefsten Dreck gesteuert. Wer, bitteschön, soll den denn da wieder rausholen?
Der Planet ist mit einer immensen Zerstörung überzogen, die kaum noch wirklich zu beschreiben ist. Dürre, Hunger, hausgemachte Naturkatastrophen, Krieg um Ressourcen in Afrika, Krieg in Afghanistan, Festung Europa und Nussschalen mit Menschen, die Ersaufen anstatt von unserem Kuchen knabbern zu können. In Russland verhungern still und leise alte Menschen in ihren Wohnungen, der Irakkrieg ist in Vorbereitung, an den Polarkappen brechen riesige Eisberge ab, in Argentinien treiben der Hunger und wirtschaftliche Not die Menschen mit Kochtöpfen zum Widerstand auf die Straße. Und die US-Regierung raubt den Hopis das letzte Land, das noch in Besitz der UreinwohnerInnen Nordamerikas ist.
Massen von Menschen, die einfach so tagtäglich an den Folgen globaler, patriarchaler Herrschaft sterben – Hunger, Vergewaltigung, Mord, Elend, Verzweiflung…was ein Leben….Und – als würde das nicht reichen, jetzt der globale Krieg, der das bisherige Monströse auch noch in den Schatten stellen will.
Sparen wir uns heute einfach mal oberschlaue, theoretische linke Phrasen. Wir können sie doch selber nicht mehr hören …
Unterm Strich sind wir alle kollektiv für diese Zustände verantwortlich. Und die Linke hat die Fehler oft nur bei den anderen ausgemacht. Ihre Verstrickung in Herrschaftsverhältnisse hat sie weitgehend ignoriert.
Und sie hat diese Dominanzkultur des weißen Mannes mit seinem zivilisatorischen, kolonialen Paternalismus mitgetragen und modernisiert. Anstatt einer konsequenten antipatriarchal-gelebten Haltung, hat sie all zu oft die Militarisierung und Ritualisierung von Gewalt befürwortet. Und diese immerwährende Aufspaltung von privat und politisch, Entsinnlichung und Entseelung von Widerstand und Machtkonzepte durchsetzen…Wer braucht so etwas? Reden wir also lieber von dem was auf uns direkt zukommt und davon was zu tun sein könnte. Ganz langsam, schleichend rutschen wir in diese große Erschütterung des gesamten Planeten hinein …
Noch funktioniert die Manipulation über die Medien und unser Selbstbetrug, das schon nix anbrennen wird. Natürlich wird es anbrennen, weil es schon brennt. Der Ausnahmezustand ist jetzt. Die tollen Angebote, die uns das Kaufhaus “Erde” bereithält, wenn wir mit diesem Euroblech spielen oder mit Masterplastik zahlen, verschleiern den Ausnahmezustand … Alle spielen mit … Wer kein Geld hat, will es haben …
Besser wir wachen heute auf als morgen resigniert und leer vor der Glotze dahinzudämmern …
Es hat ja eh keinen Zweck, die Augen vor den Ereignissen zu verschließen – individuell wie kollektiv werden wir uns sowieso den Konsequenzen stellen müssen… Und auf den kommenden Wahnsinn werden die Menschen entsprechend reagieren – Einige werden bis zum Kollaps in den Hamsterrädern mit sich selbst um die Wette laufen.
Andere werden noch absurdere Tänze um den Goldenen Euro veranstalten.
Viele werden sich individualisieren was das Zeug hält, vereinzeln, zurückziehen, verschwinden, in der irrigen Hoffnung die Ereignisse können sie übersehen.
Andere werden sich im Denken weiter militarisieren, in das Kriegsgeheul mit einzustimmen und zum Beispiel für israelische Panzer oder palästinensische Selbstmordattentate Verständnis aufbringen.
Und dann sind da immer auch diejenigen, welche die sogenannte Zivilisation hochleben lassen und die neuen koloniale Feldzüge der Familie Bush, Schröder und dieses Europride-Ministers Fischer beklatschen.
Und als reiche auch das nicht, gibt es noch jene schrecklichen Menschen, und wir dürfen sie wohl Männer nennen, welche die Militarisierung im Alltag aufgreifen und Unangepaßte und Abweichungen heftig bedrohen werden. Die putzen sozusagen die Ecken aus. Die Reste unserer eh schon dünnen emanzipatorischer Strukturen haben also starken Gegenwind. Und wehe da leisten noch welche Widerstand – dann kommt die Terrorismuskeule.
Trotzdem … Woanders haben die Menschen oft keine Wahl mehr zum Widerstand. Wir aber leben in einem der Zentren der Macht. Hier wird direkt oder indirekt über den Hunger abgestimmt, über Zerstörung und Krieg.
Hier sitzen Mitverantwortliche für die weltweiten Zustände …
Hier sitzen die Rüstungskonzerne und scheffeln Geld …
Von hier aus werden Waffen exportiert …
Und hier steigen Soldaten in Tornadobomber …
Greifen wir sie auch hier an!
Pöbeln wir Soldaten auf der Strasse an als das was sie sind: Mörder und neuerdings Mörderinnen.
Ziehen wir ihnen diese Uniformen aus.
Drängen wir die Militarisierung im Alltag offensiv zurück.
Sorgen wir dafür, dass Abschiebungen verhindert werden und Flüchtlinge in die Festung Europa strömen können.
Und graben wir Mackern, wo wir können, das Wasser ab.
Entweder direkt oder subversiv, je nach Möglichkeiten und Fähigkeiten. Und begreifen wir die Sozialkürzungen von Rot/Rot in Berlin und von Rot/Grün in der Regierung und von schill(ernd) braun/schwarz in Hamburg als das was sie sind:
als Kriegsanleihen … Und als eine Kriegserklärung an alle sozial Benachteiligten, die eh schon jeden Cent umdrehen.
Treten wir den Verantwortlichen und denen, die sich auf unsere Kosten bereichern, doch endlich mal die Haustür ein… Sollen sie doch mit dem Schützenpanzer zu ihrer Arbeit gebracht werden…
Um zu einem solchen Widerstand zu kommen, braucht es Mut, Wut und starke Bündnisse. Dazu aber müssen wir erst einmal unsere Augen öffnen und endlich über unsere Tellerränder hinausschauen und die Sorgen der jeweils Anderen sehen. Unsere Existenzkämpfe sind sozial, mental und materiell sehr unterschiedlich. Oft sprechen wir nicht mal mehr die gleiche Sprache. Aber wir können unsere individuellen Sorgen in Zusammenhänge denken und fühlen. Darüber braucht es aber einen Austausch. Und den müssen wir erst wieder lernen. Machen wir das private, das persönliche wieder zum politischen Thema. In selbstbezogenen Gruppen und Nischen verändern wir nix, außer unsere Resignation zu füttern.
Wir brauchen aber Bündnisse, die kreuz und quer verlaufen und auch unsere eigenen Gewohnheiten durchbrechen, um wieder zu einem lebendigen Widerstand zu finden. Und um unter diesen Bedingungen sozial, widerständig und in Würde solidarisch miteinander zu bestehen, brauchen wir kollektive Netze…: Weg von der Vereinzelung und Individualisierung…hin zu Netzen, in denen Differenzen und Unterschiede lebbar gemacht werden, in denen wir zu dem Respekt zueinander zurückfinden und Menschlichkeit zum Maßstab unseres Handelns wird. Was wir nicht brauchen, ist die Aufwärmung ideologischer, identitärer, konformistischer Zwangsstrukturen, die wir oft als Kollektive verstanden.
Diese Kriegstreiberei setzt Hass, Zerstörung und Entmenschlichung. Und diese Zeiten machen Angst. Setzen wir dieser Angst die Solidarität entgegen. Quer zu allen Fronten, allen Grenzen, allen Hautfarben und Geschlechtern, quer zu allen Ideologien und Polaritäten. Übernehmen wir die Verantwortung für uns. Gegen die Geldlogik, die Konkurrenz, Missgunst und Machtstrukturen. Sorgen wir füreinander. Entgiften wir unsere sozialen Beziehungen von dem Gift der Herrschaft das unseren Alltag so tief durchdrungen hat. Pfeifen wir auf die materialistischen Denkweisen, in dem wir diesen andere Denkweisen entgegensetzten. Denken wir uns wieder in kollektiven Zusammenhängen und leben wir danach. Beginnen wir, uns auszutauschen. Bringen wir uns auf den Weg.
Für einen radikalen Widerstand
Gegen jeden Krieg – gegen jede Herrschaft
Umarmen wir das Leben …


