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Carnival against NATO

Bringen wir die Verhältnisse … und UNS zum Tanzen

An alle Pink-silvers – Street reclaimers – Queer folk – CarnevalistInnen – Narren und Närrinnen – Hippies und Goafreaks – FriedensfreundInnen – Radical – cheerleaders – Schülis – Studis – Wesen

Carnival gegen NATO – was soll das denn sein?

Wir sind begeistert von den ReclaimTheStreets Partys in London, bei denen zig Tausende von Menschen mehr oder weniger spontan und unkoordiniert Strassen besetzten, tanzten, Musik machten und so die Strasse als Lebensraum für sich zurückgewannen.

Gleichzeitig hat es uns nachdenklich gemacht, dass zwar über eine Million Jugendliche auf eine „Demo“ wie die „Loveparade“ gehen, die eine Menge Spass vermitteln, aber keinerlei Inhalte, während dieselben jungen Menschen bei den wichtigen, aussagekräftigen Protesten fehlen, sei es nun bei Anti-Nazi- oder Friedensaktionen.

Warum ist das so?

Wir haben das Gefühl, dass weder „militantes“ Anzuenden von Barrikaden noch „friedliches“ Latschen in immer neuen, ewigen Demonstrationen eine große Zahl junger Menschen anspricht. Angst vor polizeilicher Verfolgung, weil viel zu wenige wissen, was wir dem entgegensetzen oder wie wir uns dagegen effektiv wehren koennen, zusammen mit einem Gefühl der Sinnlosigkeit des eigenen Handelns und der scheinbaren Unerreichbarkeit der Ziele, wofür wir unsere Zeit opfern, fördert diese Tatenlosigkeit. Deswegen denken wir, dass Widerstand und Protest Spass machen muss. Dazu muss die Atmosphäre der Veranstaltung einigermaßen entspannt sein. Verschiedene Menschen drücken ihren Protest und ihren Widerstand verschieden aus, trauen sich verschieden viel. Deshalb muss Platz sein für viele Aktionsformen.

Inspiriert hat uns die Idee eines Pink-Silver Blockes, wie es ihn in Prag und Genua gab. Die TeilnehmerInnen dieser Protestform setzen auf Frechheit, Kreativität, Subversion und Verwirrung. Das war nicht nur relativ effizient im Ergebnis und aufsehenerregend, sondern hat allen einzelnen TeilnehmerInnen auch richtig Spass gemacht.

Wir legen unserem Carnival gegen NATO zwei Dinge zu Grunde: Zum einen die Faschingszeit und zum anderen Musik und Tanz. Da ohnehin Fasching ist, möchten wir, dass Menschen, die gerne feiern und gleichzeitig gegen die Pläne der NATO sind, unsere Aktion zum Anlass nehmen, politisch motiviert zu feiern. Bekannte Beispiele solcher Karnevals sind der Notting Hill Carnival in London oder der schwullesbische Mardi Gras in Sydney; beide ziehen jährlich zig Tausende Menschen an. Leider haben beide an Inhalt und Aktionskraft verloren. Um es zu ermöglichen, dass die CarnivalistInnen feiern können, während andere anderes tun, und die Atmosphäre entspannt aber entschlossen und aktionsfreundlich bleibt, ist das Zentrum unserer Versammlung der Musik-Wagen. Love Parade ähnlich werden DJs von dort Musik spielen, die ihre eigene Message hat. Was konkret passiert und welche Aktionen laufen, ist Teil des „spirit of the magic moment“ und abhängig von den Anwesenden. Wir möchten niemanden zwingen, etwas zu tun, oder Menschen in Situationen bringen, denen sie nicht gewachsen sind. Wir freuen uns über Initiativen zu phantasievollen Aktionen.

Wir möchten, dass Politik uns allen Spass macht. Und dass wir eine Alternative zum herrschenden Modell von Macht, Politik und Kampf zeigen. Wir möchten den KriegstreiberInnen, den PlanerInnen von Folter, Hunger, Mord und Totschlag, die dann im Nobelhotel “Bayrischer Hof” sitzen werden, unser lebendiges, pulsierendes Leben, unseren verrücktesten, phantasievollsten, kreativsten und tanzbarsten Widerstand entgegensetzen.

Wir schreien den Kriegsministern und Militärstrategen, den Generälen und Un-sicherheitsexperten, denKommandeuren und Geheimdienstlern und wer weiß, wer an diesem Treffen der Weltkriegselite teilnimmt, wir schreien ihnen unser NEIN entgegen. Ihrem Krieg und Staatsterror begegnen wir mit unserer Kreativität, unserer Lebendigkeit, Musik, Tanz und Phantasie, wir möchten zeigen, wie schön es OHNE SIE sein könnte, und wir möchten, dass viele Menschen sich kreativ ausdrücken.
Es ist Faschingszeit im Februar, deshalb:

It’s your show time!
All creative action welcome!
Seattle+Notting Hill=Munich!


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